Verkehrsministerium muss sich neuen Trends in der Logistik öffnen

Antwort auf die Kleine Anfrage zu Potentialen der Lastenradlogistik

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Sachsen-Anhalt setzt auf nachhaltige und emissionsarme Mobilität in der Logistik. Denn von weniger Stau und einer besseren Luftqualität in den Städten profitieren alle Menschen. 

Mit der Kleinen Anfrage „Potentiale der Lastenradlogistik in Sachsen-Anhalt – Bessere Luft und weniger parkende Lieferwägen auf den Straßen“ hat sich Cornelia Lüddemann, verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, über den Status Quo und die Möglichkeiten der Lastenradlogistik in Sachsen-Anhalt informiert.

Lüddemann zeigt sich ernüchtert über die Antwort: „Die Aussagen der Landesregierung sind vollkommen widersprüchlich zu den erfolgreichen Modellprojekten in anderen Städten und Bundesländern. Sie zeigen, dass wir in Sachsen-Anhalt auf dem Gebiet der Lastenradlogistik definitiv Aufholbedarf haben. Insbesondere in den urbanen Bereichen der Großstädte Halle/Saale und Magdeburg wird viel Potential für schnelle Logistik ohne Parkplatzmangel und saubere Umwelt verschenkt.“

„Ich erwarte vom Verkehrsministerium, sich neuen Trends in der Logistik nicht zu verschließen. Wir müssen politisch und praktisch auf Landesebene alles tun, was gut für die Menschen im Land ist. Ein Modellprojekt wäre ein echter erster Schritt. Hier könnten beispielsweise urbane Güterverteilzentren getestet werden, von denen aus die letzte Meile mit dem Lastenrad bewältigt wird.“ so Lüddemann abschließend.

Den vollständigen Text der Antwort auf die Kleine Anfrage finden Sie hier:
https://gruene-fraktion-sachsen-anhalt.de/fileadmin/images/dokumente/18_86_Vorabdruck_KA_7_1813_Lastenradlogistik.pdf

Hintergrund:

Durch die Vielfalt der Paket-, Post- und Kurierdienste, die oft zeitgleich dieselben Stadtgebiete beliefern, kommt es häufig zu innerstädtischen Staus durch parkende Lieferwagen. Auch kommt es zu hohen Lärm- und Schadstoffbelastungen durch Lieferdienste. Diese „letzte Meile“, mit welcher insbesondere die Auslieferung an Privathaushalte gemeint ist, ließe sich dabei auch leiser, verkehrssicherer und emissionsärmer gestalten, wie die Modellprojekte zeigen.

In zahlreichen Städten und Ländern werden diese Modellprojekte, welche den Einsatz von Lastenrädern in der Logistik zum Ziel haben, von der Bundesregierung gefördert. Aus Projekten, wie der Kooperativen Nutzung von Mikro-Depots (KoMoDo) in Berlin oder des MOVE-Projekts in Hamburg, könnten auch für Sachsen-Anhalt Ideen und Lösungen für eine grünere Logistik in Städten gewonnen werden.

Die Studie „Aufbruch auf der letzten Meile – Neue Wege für die städtische Logistik“ zeigt, dass 61 % der befragten Personen „[…] bei der Wahl des Onlinehändlers auf die Auslieferung durch E-Autos oder Lastenfahrräder achten.“ Dies ist den Kundinnen und Kunden sogar wichtiger als eine schnelle Lieferung[1].

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