Leserbrief zum MZ-Artikel: Streit um die „Kleine Arche“

Link zum MZ-Artikel: http://www.mz-web.de/dessau-rosslau/sozialschuss-streit-um-die–kleine-arche-,20640938,21885082.html

LESERBRIEF

Eine beinahe fraktionsübergreifende Beschlussvorlage zur Sockelfinanzierung des sozialen Projektes „Kleine Arche“ begrüße ich außerordentlich. Aus meiner Sicht es überfällig ein nachhaltiges Projekt mit städtischen Mitteln zu unterstützen, um dadurch seine Überlebensfähigkeit zu sichern Als Stadt profitieren wir von jahrelanger ehrenamtlicher und aus privater Hand finanzierter Sozial- und Jugendarbeit.  Regularien und Richtlinien, sowie Verweise auf die Gleichbehandlung der Träger sind nicht zielführend, wenn der Betrieb der kleinen Arche im Sommer dieses Jahres eingestellt werden muss.  Eine Förderung mit Ausnahmecharakter, wie in der Beschlussvorlage beabsichtigt, wird vorübergehend die Arbeit für 2 weitere Jahre sichern und gibt dem Träger die Chance eine  dauerhafte Finanzierung zu gewährleisten.
Aus meiner Sicht darf Gleichbehandlung nicht bedeuten, dass alle das Gleiche bekommen. Insbesondere, wenn das zu verteilende Geld immer weniger wird muss es so eingesetzt werden, dass es größtmögliche Effekte generiert. Es muss einer klaren Zielstellung folgen.

Auch das Jobcenter, wie mir dessen Leiter im persönlichen Gespräch versicherte, wird künftig Anträge aus dem Bildungs- und Teilhabepaket schneller bearbeiten können, seit die Arbeitsgrundlage von Landesebene zum Jahreswechsel vereinfacht wurde.

Der Bedarf im sozialen Interventionsgebiet – südliche Innenstadt -, wurde bereits mehrfach evaluiert und im entsprechenden Sozial- und Jugendhilfeteilplan festgeschrieben. Das belegt auch der riesige Zulauf zur „Kleinen Arche“. Kurz nach der Eröffnung im Herbst 2011 war sie an ihre Kapazitätsgrenze von 18 Kindern gestoßen. Der Träger arbeitet derzeit an einer Kapazitätserweiterung um bis zu 6 Kindern, um dem hohen Bedarf gerecht zu werden. Gerade in Interventionsgebieten hat unsere Gesellschaft die Pflicht, um jedes Kind zu kämpfen und seine Entwicklung positiv und nachhaltig u beeinflussen und soziale Teilhabe zu garantieren.

Im Januar dieses Jahres konnte ich mich während eines Vor-Ort-Besuches von der individuellen und nah am Kind ausgerichtete soziale Arbeit überzeugen und deren sichtbare Erfolge nachvollziehen. Die Arbeit der „Kleine Arche“ wird über die Stadtgrenzen hinaus als Modell für eine außerordentlich erfolgreiche Arbeit mit sozial benachteiligten Kindern wahrgenommen.

 

Cornelia Lüddemann, MdLCIMG4223

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