Aus dem Jugendprogramm müssen die Impulse kommen

„Junge Menschen brauchen eine eigenständige Jugendpolitik“, erklärt die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Cornelia Lüddemann. Aus diesem Grund fordert ihre Fraktion heute bei der Sitzung des Landtags die Landesregierung mit Antrag dazu auf, das jugendpolitische Programm aus dem Jahr 2000 weiter zu entwickeln.

„Dieses jugendpolitische Programm ist nun schon zwölf Jahre alt. Was wir brauchen, ist ein zukunftsfähiges Konzept für eine schlüssige Jugendpolitik, orientiert an der Lebenswelt, den Wünschen und den Bedürfnissen der Jugendlichen“, fordert Lüddemann. „Aus diesem Jugendprogramm müssen dann die Impulse kommen, die in den unterschiedlichen Ressorts umgesetzt werden.“ Auch die Geschäftsführerin des Kinder- und Jugendrings Sachsen-Anhalt, Nicole Stelzer, betont die besonderen Herausforderungen an eine eigenständige Jugendpolitik. „Im politischen Raum, beispielsweise bei der Familien- oder Bildungspolitik, werden Jugendliche immer nur als Objekte betrachtet, sie sind immer in einer Rolle. Jugendliche müssen jedoch die Subjekte der Politik sein, die sie betrifft. Daher ist der Antrag der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sehr wichtig und sehr sinnvoll.“ Auch aus Halle, vom dortigen Kinder- und Jugendbeauftragten, Mirko Petrick, bekommt Lüddemann eine positive Resonanz: „Eine eigenständige Jugendpolitik ist auf jeden Fall eine begrüßenswerte Idee. Sie muss nur finanziell richtig ausgestattet sein.“ Bewusst setzt die bündnisgrüne Fraktion in ihrem Antrag einen langen Zeitraum für das jugendpolitische Programm an. „Bis 2025 sollte das Programm laufen. Eine ressort- und ebenenübergreifende Jugendpolitik wird einen längeren Zeitraum brauchen, um spürbare Effekte zu erzielen“, meint Lüddemann.

„Jugendliche haben besondere Bedürfnisse, besondere Anforderungen – und wir als Politiker und Politikerinnen haben die Lebenswelt Jugendlicher vor diesem Hintergrund zu gestalten.“ „Wir brauchen eine klare Jugendpolitik, denn nur aus ihr erwächst konkrete Politik.“ „Jugendliche sollen auf Landesebene über das politische Programm, das ihre Lebenswelt gestaltet, mitbestimmen.“ „Wir brauchen klare Formulierungen. Wir müssen sagen, was wir in welchen Zeiträumen genau wollen. Jugendliche in diesem Land haben ein Recht darauf, das zu wissen. Sie haben ein Recht darauf, einbezogen zu werden und zwar nicht nur rhetorisch sondern auch mit Taten.“ Cornelia Lüddemann, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Hintergrund:

„Das jugendpolitische Programm müssen wir zusammen mit den Jugendlichen erarbeiten“, betont die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Cornelia Lüddemann. Die bündnisgrüne Fraktion organisierte dazu bereits einen Open Space unter dem Titel „Jugend kann Politik! Kann Politik Jugend?“. Hier konnten Jugendliche im Rahmen einer offenen Diskussion im Landtag über ihre Anliegen sprechen. „Hier sammelten wir erste Impulse und Ideen. Weitere öffentliche Veranstaltungen und Formen der e-Partizipation müssen jetzt folgen, um möglichst viele Jugendliche einzubeziehen“, meint Lüddemann. Dabei sei darauf zu achten, dass jeder sich traut, mitzumachen. „Jugendliche sollten unabhängig von ihrem materiellen Status und ihrem Bildungsniveaus bei dem jugendpolitischen Programm mitsprechen und mitentscheiden können.“

Zum Mitschnitt der Plenarsrede

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