Möhlau aufgelöst – Probleme nur verschoben!

 

Dezentrale Unterbringung in Wohnungen muss das Ziel sein

„Ich begrüße es außerordentlich, dass das Landesverwaltungsamt die Auflösung des Heims angeordnet hat. Folgerichtig muss nun schnellst möglich ein Konzept zur Dezentralisierung der Unterbringung von Flüchtlingen und Migranten im Landkreis erarbeitet und umgesetzt werden“, verlangt mit Nachdruck die regional zuständige Abgeordnete der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Cornelia Lüddemann und verweist auf die Pläne des Landkreises Wittenberg, die Bewohner auch künftig zentral in einem Wohnblock in Vockerode unterzubringen.

„Die Wohnsituation wird sich vermutlich verbessern. Langfristig  jedoch werden die Probleme nur örtlich verschoben. Darüber hinaus wird Vockerode vor vollendeten Tatsachen gestellt, ohne jeglicher  Information und Mitnahme. Wenn man schon diesen Schritt geht, muss dieser gut durchdacht, organisiert und vorbereitet sein, um die Zusammenführung  und eine Integration schnellst möglich zu gewährleisten“, fechtet Lüddemann die Verfahrensweise des Landkreises Wittenberg an.

„In Möhlau sind derzeit 170 Menschen unter teils menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht. Diese Zustände waren dem Landkreis seit langem bekannt. Die  Zeit war mehr als ausreichend, um konzeptionell eine Dezentralisierung der Unterbringung zu realisieren. Das hat der Landkreis komplett versäumt“, kritisiert die Bündnisgrüne Landespolitikerin und fordert eindringlich: „Die dezentrale Unterbringung in Wohnungen muss das Ziel sein.“

„Es gibt noch immer viele Vorurteile und unakzeptable Einschränkungen für Migrantinnen und Migranten, insbesondere im Landkreis Wittenberg. Die Situation der Flüchtlinge bleibt unerträglich. Sie sind von der Gesellschaft und einer guten Infrastruktur abgeschnitten. Sie unterliegen dem Arbeitsverbot, leben in ständiger Angst vor einer Abschiebung und leiden häufig an psychischer Niedergeschlagenheit. Ihnen fehlt die Perspektive,  sich integrieren zu können. Daraus resultiert ein Ausschluss vieler Migrantinnen und Migranten aus dem gesellschaftlichen Leben“,  erklärt Lüddemann.

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