„Es geht um die Rettung eines Berufsstandes“ – Hebammenversorgung über 2015 hinaus absichern

140227 Conny_1Statements der sozialpolitischen Sprecherin der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Cornelia Lüddemann, im Rahmen der heutigen Debatte im Landtag über den bündnisgrünen Antrag zur Sicherung der Hebammenversorgung über das Jahr 2015 hinaus: „Die enorm steigenden Beiträge der Berufshaftpflichtversicherung für Hebammen sind seit Jahren ein riesiges Problem. Die Beiträge sind von 1998 bis heute von knapp 400 Euro auf über 5000 Euro gestiegen. Die Arbeit von Hebammen ist jedoch zu wichtig für unser Gemeinwesen, als das wir das dem Markt überlassen können.“

„Wegen des exponentiellen Anstiegs der Beiträge müssen immer mehr Hebammen aus der Geburtshilfe aussteigen. Hebammen und Geburt gehören jedoch zusammen. Jeder Frau muss wählen können, ob sie ihre Kinder im Krankenhaus, im Geburtshaus oder zu Hausgeburt gebären möchte.“

„Es droht das vollständige Wegbrechen der freiberuflichen Hebammentätigkeit. Das ist für mich ein Horrorszenario, denn Hebammen sind unverzichtbar. Alle künftig geborenen Kinder und frisch gebackenen Eltern sind auf sie angewiesen.“

„Es geht jetzt um die Rettung eines Berufsstandes. Zwar traf sich Gesundheitsminister Hermann Gröhe am 18. Februar mit Vertreterinnen der Hebammenverbände und versprach eine schnelle Lösung, aber ich denke weiterer Druck – auch aus den Ländern – ist nötig.“

„Im Bereich der frühen Hilfen und des Kinderschutzes ist der nahe und vertrauensvolle Kontakt der Hebammen zu den Familien unverzichtbar. Das gilt gerade für den Bereich der Prävention. Vernachlässigung und Misshandlungen entstehen oft aus elterlicher Überforderung. Damit Überforderung gar nicht erst entsteht, brauchen wir eine verlässliche Versorgung mit Hebammen.“

„Nicht nur für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist der Beruf der Hebamme und das Recht der Schwangeren auf Wahlfreiheit wichtig. Die entsprechende Online-Petition zur Rettung des Hebammenberufs gewann binnen zweier Tage über 100.000 Unterstützerinnen und Unterstützer.“

 

Video aus dem Plenum

Antrag – Drs. 6/2804

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2 Kommentare

  1. Andreas Gelies

    Hallo Conny,
    unsere beiden Kinder sind als Haus-bzw. Geburtshausgeburt gesund auf die Welt gekommen. Unsere Hebamme hat uns dabei wunderbar unterstützt. Eine Kreißsaalgeburt wäre sicherlich anders verlaufen, zumal Ärzte immer zugunsten einer kontrollierbaren, abrechenbaren Technik entscheiden, was die sprunghaft gestiegene Zahl der Kaiserschnittgeburten zeigt. Da werden bewußt Ängste geschürt, um die Plätze in den Geburtskliniken optimal zu belegen.
    Das dieser Berufsstand kaputt gemacht wird, schmerzt und macht auch wütend, weil offenbar wieder ein Stück Lebensqualität von einer Lobby zerstört wird.
    Was können wir noch tun, um das zu verhindern und Eure Initiative zu unterstützen ?

    Grüße,
    Andreas

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    • Conny Lüddemann

      Ja ich finde das auch furchtbar. Für eine Kaiserschnittgeburt zahlen die Kassen zwischen 2.500 und 5.200 EUR, für eine Hausgeburt nur um die 550 EUR. Ein weiterer Beweis, wie sehr wir in der europäischen Gesellschaft das Gefühl zum eigentlichen und natürlichen Leben verloren haben.

      Der eigentliche Entscheidungsträger ist Bundesgesundheitsminister Gröhe. Ihm ebenfalls zu schreiben und andere Eltern dazu zu motivieren, ist sinnvoll. Man darf das nicht unterschätzen, das wird schon wahrgenommen. Und die Onlinepetition habt ihr sicher schon unterschrieben?!

      LG Conny

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