Tag der Migration – dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen im Landkreis Wittenberg
„Das Heim in Möhlau muss geschlossen werden“, verlangt mit Nachdruck die regional zuständige Abgeordnete der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Cornelia Lüddemann und verweist auf den neuen Vertrag des privaten Betreibers der Unterbringung. Dieser soll Anfang Februar unterschrieben und 2012 realisiert werden.
„Unter Integration und Partizipation verstehen wir als Bündnisgrüne die dezentrale Unterbringung in Wohnungen“, fordert die grüne Sozialpolitikerin.
„Es gibt noch immer viele Vorurteile und unakzeptable Einschränkungen für Migrantinnen und Migranten, insbesondere im Landkreis Wittenberg. Die Situation der Flüchtlinge ist unerträglich. Asylbewerberinnen und Bewerber sind auf engstem Raum in einem abgeschiedenen, baufälligen und ausgedienten Kasernenkomplexen untergebracht. Dort sind die Flüchtlinge von der Gesellschaft abgeschnitten. Sie leben unter teils menschenunwürdigen Bedingungen. In Möhlau leben über 200 Menschen, viele von ihnen schon mehr als 5 Jahre. Sie erhalten keine geförderten Deutschkurse, unterliegen dem Arbeitsverbot, leben in ständiger Angst vor einer Abschiebung und leiden häufig an psychischer Niedergeschlagenheit. Ihnen fehlt die Perspektive, sich integrieren zu können. Daraus resultiert ein Ausschluss vieler Migrantinnen und Migranten aus dem gesellschaftlichen Leben“, erklärt Lüddemann.
Laut Genfer Konvention sind Flüchtlinge Menschen, die wegen ihrer Rasse, ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder Religion in ihrem Heimatstaat verfolgt werden bzw. aufgrund der sozialen, wirtschaftlichen oder politischen Bedingungen oder eines Krieges ihr Heimatland verlassen mussten. In Sachsen-Anhalt erhielten ca. 21,4% der Geduldeten ein befristetes Aufenthaltsrecht über die Bleiberechtsregelungen. Darüber hinaus leben viele Menschen mit der „Duldung“ in Sachsen – Anhalt, denen bisher kein Aufenthaltsrecht über eine Bleiberechtsregelung ermöglicht wurde.
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