Öffentlich-rechtlichen Rundfunk stärken, Fake-News entgegentreten

Debatte über die Erhöhung der Rundfunkgebühren:

Die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen bekräftigt, dass sie sich klar zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk und dessen Finanzierung bekennt. Die öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radiosender mit ihren dazugehörigen Online-Angeboten liefern Fakten, abseits vom Quotenhype und Mainstream. Die Berichterstattung ist unabhängig, sowohl politisch als auch finanziell. Gerade in der Corona-Krise merken wir, wie wichtig es ist, Fakten gegen Fake-News zu setzen. Deswegen folgen wir der Empfehlung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF), den Rundfunkbeitrag anzupassen.

Im Koalitionsvertrag haben wir uns, CDU, SPD und Grüne gemeinsam, zur Beitragsstabilität bekannt. Es gilt hier, was auch zum Beispiel bei der Kostenerhöhung für Straßenbauten gilt. Eine Ausgabe bleibt nur stabil, wenn sie an die Inflation angepasst wird, sonst handelt es sich de facto um eine Kürzung. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk garantiert, dass möglichst viele Menschen mit Informations- und Bildungs-, aber auch Unterhaltungsangeboten erreicht werden. Es liegt in der Natur der Sache und des Menschen, dass nicht jeder von jedem Programmteil gleichermaßen begeistert ist. Individuelle Vorlieben dürfen aber, insbesondere Politiker, nicht verleiten, ganze Sendeanstalten zu diskreditieren. Ich werde allen Tendenzen aus der CDU-Fraktion entgegentreten, das System des Öffentlich-rechtlichen zu schwächen oder gar abschaffen zu wollen. Das wäre Wasser auf die Mühlen der Rechtspopulisten und Verschwörungsmythiker.

Dorothea Frederking, medienpolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, sieht einen klaren Handlungsauftrag für den nächsten Medienausschuss. „Es ist der gesetzliche Auftrag der unabhängigen KEF, den Finanzbedarf zu ermitteln. Ich werde mich dafür einsetzen, dass ihren Empfehlungen gefolgt wird. Das ist sachgerecht und verfassungsrechtlich geboten.“

Kita-Öffnung für alle Kinder ist überfällig

Pläne für den regulären Kita-Betrieb vorgestellt

Die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen begrüßt, dass wieder alle Kinder nach Pfingsten in die Kitas gehen können. Dieser Schritt ist überfällig. Die Kindertageseinrichtungen sind unverzichtbar als Orte der frühkindlichen Bildung und des gemeinsamen Spielens. Zudem sind sie unverzichtbare Voraussetzung für Eltern, einer geregelten Berufstätigkeit nachzugehen. Das ist wichtig, denn die Bundesregierung hat die Lohnfortzahlung nach dem Infektionsschutzgesetz nicht verlängert. Es ist richtig, klare Vorgaben zur ‚neuen Normalität‘ in den Einrichtungen zu machen, die konkrete Ausgestaltung aber angepasst an die entsprechenden Bedingungen vor Ort zu regeln. Damit wird eine wichtige Forderung der grünen Landtagsfraktion für die nächste Corona-Verordnung erfüllt.

Förderprogramm für Lastenräder aufstocken

Geld bereits nach drei Wochen ausgeschöpft:

Nach drei Wochen ist nach Informationen der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen das Förderprogramm für Lastenräder bereits ausgeschöpft. Es ist ein voller Erfolg. Mindestens 200 neue Lastenräder können demnächst auf den Straßen in Sachsen-Anhalt rollen. Wir werden uns auf jeden Fall dafür einsetzen, dass das Förderprogramm aufgestockt wird. Da wir von einem weiteren Nachtragshaushalt in diesem Jahr ausgehen, dürfte dies möglich sein.

Unsere Fraktion musste für die 300.000 Euro des Programms kämpfen, weil es Widerstand aus dem Ministerium gab. Die große Nachfrage bringt hoffentlich den Verkehrsminister Thomas Webel zum Umdenken und macht ihn endlich aufgeschlossener, die Mobilitätswende voranzutreiben.

Ich fordere einen Mobilitätsbonus über alle Verkehrsmittel hinweg. Konjunkturprogramme müssen allen Menschen zugutekommen. Einzelne Unternehmen und Besitzerinnen und Besitzer von Führerscheinen dürfen nicht bevorzugt werden. Die Corona-Krise zeigt, dass der öffentliche Raum in den Städten problemlos neu aufgeteilt werden kann, und zwar zu Gunsten von sicherem Fuß- und Radverkehr. Dieses Thema werden wir morgen im Verkehrsausschuss mit einem Selbstbefassungsantrag ansprechen.