Statements der sozialpolitischen Sprecherin der Landtagsfaktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Cornelia Lüddemann, zum Tag der Wohnungslosen (11. September):
„Die Gründe für Obdachlosigkeit sind vielfältig. Nur selten sind es Alkohol und Faulheit. Oft steckt ein Schicksalsschlag dahinter, und man findet sich auf der Straße wieder. Viele Menschen schauen weg, wenn sie einen vermeintlich Obdachlosen auf der Straße sitzen sehen. Diese Neigung herrscht leider auch in der Politik. Aufgeschreckt werden alle immer nur, wenn sie mal wieder in der Presse von erfrorenen Obdachlosen lesen. Dieser Schrecken hält aber meistens nicht mal nur einen Tag lang an.
Wir brauchen Fakten, um obdachlosen Menschen zielgenau zu helfen. Eine Bundes- oder Landesstatistik zur Obdachlosigkeit gibt es aber nicht. Die Politik kann daher gar nicht angemessen handeln. Diese Zahlen zu erfassen, ist ein erster, wichtiger Schritt, um das Problem ,Obdachlosigkeit‘ auf die politische Agenda zu setzen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe fordert dies schon lange. Hier muss die Landesregierung endlich handeln.“
„Zum Glück sind die Strukturen der Obdachlosenhilfe in Sachsen-Anhalt soweit ausgebaut, dass Todesopfer durch Kälte, wie im letzten Winter, die absolute Ausnahme sind. Auch gewalttätige Übergriffe scheinen die Ausnahme zu sein, obwohl Obdachlosenfeindlichkeit gerade bei Neonazis verbreitet ist. Mindestens einen solchen Todesfall gibt es in Sachsen-Anhalt: Der Obdachlose Eberhart T. wurde 1995 von drei Rechtsextremisten in einen Fluss bei Quedlinburg getrieben und ertrank. 2008 fand ein weiterer Totschlag mit neonazistischem Hintergrund in Dessau statt. Pöbeleien erleben Obdachlose sicherlich vielfach – hier brauchen wir mehr Solidarität. Jeder sollte bei solchen Anfeindungen einschreiten und helfen.“
„Im Alltag liegt es bei jedem Einzelnen, obdachlosen oder verwahrlosten Menschen mit Respekt zu begegnen.“





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