Kinder sind in Sachsen-Anhalt stark von Armut bedroht: 28 Prozent der unter 18-jährigen leben in Armut. Zudem sind 60 Prozent der alleinerziehenden Eltern armutsgefährdet. Diese Fakten präsentierte die Landtagsfraktion der Grünen bei einer Fachtagung zur Kinderarmut.
Laut Cornelia Lüddemann, kinder- und familienpolitische Sprecherin der Landtags-Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, werde die Zahl der armen Kinder nur die Abnahme durch geringere Geburtenraten verdeckt: „Am Problem selbst hat sich wenig geändert“. Nach einer Studie der Bertelsmann Stiftung von 2012 zeigen Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen unter den Flächenländern die geringsten Verbesserungen bei der Kinderarmut. Ebenso lebten nach Angaben der Grünen 27 Prozent aller Kinder unter 15 Jahren in einer Bedarfsgemeinschaft. Nur in Bremen und Berlin sei die Quote höher. „Das zeigt aber auch, Kinderarmut ist kein reines Ostproblem“, betont Lüddemann.
Verbunden mit der materiellen Armut ist oftmals auch eine schlechte Chancengerechtigkeit für die betroffenen Kinder. Gerade in diesem Bereich schnitt Sachsen-Anhalt im „Chancenspiegel“ der Bertelsmann Stiftung von 2012 am schlechtesten ab. Laut Lüddemann zeige sich das insbesondere in schlechteren Chancen auf gute Bildungsabschlüsse.
Johanna Mierendorff, Professorin für Sozialpädagogik und Rednerin der Tagung, empfiehlt, die Grundversorgung und Bildung von Kindern getrennt voneinander zu betrachten: „Während die Versorgung des Kindes eher Gegenwart betrifft, geht es bei Bildungs- und Teilhabearmut um Fragen der Zukunft.“
Als Maßnahme gegen Teilhabearmut wolle sich die Fraktion der Grünen kostenlose ÖPNV-Tickets für Schüler einsetzen. Dies soll nach Angaben von Cornelia Lüddemann auf dem kommenden Landesparteitag am 28. und 29. Juni beschlossen werden.

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